Zivilschutzprobealarm erinnert an Warnsignale und die richtige Reaktion im Ernstfall
Wenn am Samstag, dem 3. Oktober, zwischen 12.00 und 12.45 Uhr in Niederösterreich die Sirenen heulen, besteht kein Grund zur Sorge: Es ist Zivilschutzprobealarm. Österreichweit werden an diesem Tag mehr als 8.000 Sirenen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft.
Der jährliche Probealarm ist aber mehr als ein technischer Test. Er soll vor allem eines sicherstellen: Im Ernstfall sollen die Menschen wissen, was die verschiedenen Sirenensignale bedeuten und wie sie darauf reagieren müssen.
„In Niederösterreich sorgen rund 2.450 Sirenen für die Sicherheit der Bevölkerung. In unseren Städten und Gemeinden, aber auch in den Katastralgemeinden, stellen sie im Notfall eine rasche und funktionierende Alarmierung sicher“, betont NÖZSV-Präsident LAbg. Bgm. Christoph Kainz. „Der jährliche Probealarm gibt uns die Möglichkeit, die Technik zu überprüfen – und gleichzeitig die Bevölkerung daran zu erinnern, was die einzelnen Signale bedeuten.“
Drei Signale, drei Bedeutungen
Beim Probealarm werden nacheinander die drei wichtigsten Sirenensignale getestet:
· Warnung: drei Minuten gleichbleibender Dauerton
· Alarm: eine Minute auf- und abschwellender Heulton
· Entwarnung: eine Minute gleichbleibender Dauerton
Wer die Signale kennt, kann im Ernstfall rasch und richtig reagieren. Informationen über Radio, Fernsehen, Internet oder offizielle Warnkanäle geben dann Auskunft darüber, was konkret zu tun ist.
Sirene und Handy arbeiten zusammen
Mit AT-Alert gibt es inzwischen ein zusätzliches Warnsystem, das Gefahrenmeldungen direkt auf Mobiltelefone übermitteln kann. Die Sirene bleibt trotzdem ein wichtiger Bestandteil des österreichischen Warnsystems. Sie erreicht auch Menschen, die gerade kein Smartphone verwenden oder keine Warn-App installiert haben.
„Sirenen und AT-Alert sind keine Gegenspieler, sondern ergänzen einander“, so Kainz. „Je mehr Menschen wir im Ernstfall über unterschiedliche Wege erreichen, desto besser.“
Der beste Zeitpunkt für Krisenvorsorge ist vorher
Der Zivilschutztag ist auch eine gute Gelegenheit, die eigene Vorsorge zu überprüfen. Denn wenn Strom, Internet oder Mobilfunk für längere Zeit ausfallen, kann der Alltag schnell schwierig werden.
Habe ich ausreichend Trinkwasser und Lebensmittel zu Hause? Funktioniert eine alternative Beleuchtungsmöglichkeit? Sind wichtige Medikamente vorhanden? Und weiß meine Familie, wo sie im Krisenfall Informationen bekommt?
Gerade die Ereignisse der vergangenen Jahre – von Hochwasser und Unwettern bis zu länger dauernden Strom- und Infrastrukturausfällen – haben gezeigt, wie wichtig Vorbereitung ist.
Auch die Gemeinden spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit der Initiative „Krisensichere Gemeinde“ unterstützt der Niederösterreichische Zivilschutzverband gemeinsam mit dem Land Niederösterreich die Gemeinden dabei, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten und ihre Abläufe laufend zu verbessern.
Am 3. Oktober darf die Sirene also ruhig heulen. Entscheidend ist, dass wir wissen, was sie uns sagen will.