Chronik

Die Chronik der Gemeinde Stössing gliedert sich in folgende Bereiche:

Bedeutung und Lage des Ortes

Geschichtliche Entwicklung

Bedeutende Personen

Bedeutende Bauwerke

Bürgermeister der Gemeinde seit 1850

Wirtschaftsverhältnisse

Rechtsverhältnisse


Bedeutung und Lage des Ortes

Der Ort liegt im östlichen Mostviertel, in einer engen Tallage, kurz nach der Vereinigung mehrerer Quellbäche im Oberlauf des Stössingbaches. Die Landeshauptstadt St. Pölten ist ca. 25 km (nordwestlich) entfernt, die Marktgemeinde Böheimkirchen ca. 11 km. Die Bundeshauptstadt Wien ist ca. 40 km nordöstlich von Stössing gelegen.
Der Ort besitzt eine Postautobusverbindung mit Böheimkirchen (Bahnhof an der Westbahnstrecke) und einmal täglich nach St. Pölten. Nächstgelegener Bahnhof ist der Bahnhof Böheimkirchen (11 km). Die Landeshauptstraße 110, welche durch den Ort führt, stellt die Verbindung zur Hainfelder-Bundesstraße (B 19) sowie zur Landeshauptstraße 120 (Böheimkirchen - St. Pölten) her. In Plosdorf (Gemeindegebiet Böheimkirchen) besteht eine Anschlussstelle zur Westautobahn (A 1).
Mit einem PKW ist St. Pölten in ca. 30 Minuten erreichbar, Wien erreicht man in ca. 45 Minuten.

Stössing zählt noch zum Naherholungsraum Wien sowie zum Naherholungsraum St. Pölten. Viele Bauernhöfe hatten „ihre Wiener“. Seit 1960 bauten viele Wiener Wochenendhäuser im Gemeindegebiet. Wegen des waldreichen Jagdgebietes haben viele Jagdpächter ihre Jagdgäste.

Das Wandern ist aus touristischer Sicht die bedeutendste Tätigkeit. Das hügelige Gebiet mit Wanderwegen durch Wiesen, Wälder und Obstkulturen lädt dazu ein. Gefördert wurde das Wandern auch durch den Bau des Hegerberg-Schutzhauses (Josef-Enzinger-Schutzhaus) im Jahr 1930 am Gipfel des Hegerberges (655 m). 1978 brannte das Schutzhaus ab und wurde 1979 neu errichtet.

Heute ist das Reiten eine weitere Tägigkeit von touristischer Bedeutung. Es gibt im Gemeindegebiet mehrere Möglichkeiten, den Reit- und Gespannfahrsport auszuüben und Pferde einzustellen.
Stössing ist Teil der Leader-Region Elsbeere Wienerwald.

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Geschichtliche Entwicklung

Die Ortsgründung von Stössing erfolgte im 12. Jahrhundert als Kirchensiedlung. Die umliegenden Höfe, deren Hausnamen noch heute in Verwendung stehen, sind jedoch wesentlich älter. Ein Steinbeilfund (Oktober 1970) im Gemeindegebiet beweist, dass das Gebiet zwischen 3000 - 1800 v. Chr. als Jagdgebiet der in Böheimkirchen nachgewiesenen Besiedlung in Frage kommt.

Das Gebiet um Stössing war später Teil der römischen Provinz Noricum. Das regnum noricum (Königreich Noricum), dessen Anfänge in die Zeit zwischen 186 und 170 v. Chr. fallen, war der erste Staat auf österreichischem Boden. Ca. 45 n. Chr. wurde es römische Provinz; der späteste Zeitpunkt für den Untergang des norischen Volkstums kann mit 568 - 569 n. Chr. - das Ende der Völkerwanderungszeit - datiert werden.

Die erste urkundliche Erwähnung findet Stössing im Jahre 1204. Damals erfolgte die Gründung des Edlen namens „Stozzo“. Urkundlich erwähnt wird ein „Ernesto von Stozinge“ angelegentlich eines Streitfalles zwischen dem Pfarrherrn von Hürm (Hartmud) und eines Pfarrers von St. Margarethen (Dominik). Ernesto von Stozinge bezeugt mit seinem Sohne eine Urkunde Ottos von Lengbach (FRA II/21,3,Nr.2).

1248 wird „Stoezzing“ in einer Besitzbestätigung des Bischofs Rudgar von Passau für das Chorherrnstift St. Pölten erwähnt. Stössing wird dort als Filialkirche von Böheimkirchen aufgezählt. Im 14. Jahrhundert wird sie allerdings der Pfarre Kasten des Klosters St. Pölten unterstellt.

1390 erstreckt sich der Einflussbereich der Ritter zu Araberg über das obere Stössingtal. Friedrich, der Müllner von Stössing, ist ihr Hintersasse. Otto von Araburg verkauft seinen Besitz im Stössingtal an das Kloster St. Pölten (NO.U.B.II/301,330,350).

 1396 erhält Konrad von Flemming das landesfürstliche Marchfutter (Haferabgabe) in der Pfarre Stössing als Lehen.

1410 verkauft Daniel der Tannbrucker (v. Murrstetten) dem Wolfgang Pottinger die Erbvogtei über 4 Höfe zu Stössing.

1442 tauschte Jakob Sebeck seine Güter zu Stössing, Heniglgraben, Lueg, Frostperig, an der Oed, Pawholcz mit dem Stifte St. Pölten gegen Güter a. d. Stockheth usw. (Denkschrift Ak.d.Wsch.II, S 361)

1532 wird in der Urbar St. Pölten erwähnt, dass 1 Bauer aus Mayerhöfen (ehemals Gemeindegebiet) von türkischen Streifscharen erschlagen wurde. 1 Bauer „verloren gegangen“.

1591 umfasst das Stössinger Amt der St. Pöltner Klosterherrschaft Kasten 30 Häuser.

Um 1600 ist die Pfarre Kasten „lutherisch“, von ihr wurde auch Stössing betreut.

1683 verheeren die Türken den Ort. Es kommt zu einem Kirchenbrand. Die Ortschaft Hochgschaid wir total zerstört, die Bevölkerung arg dezimiert.

1747 (am 29. August) wird eine Rechnung (Außigel) für den Hochaltar in „Stesßing“ des St. Pöltner Tischlers Petrus Nallenburg ausgestellt. Die spätere Schreibung des Ortsnamens in der Pfarrchronik nach 1870 lautet „Stoehsing“, von 1938 dann „Stößing“ und „Stössing“ im Wechsel, nach 1945 „Stössing“ (Amtskalender).

1751 haben 13 Grundherrschaften Besitz in Stössing, vor allem Neulengbach, Kasten und Stollberg, die in den einzelnen Orten auch die Ortsobrigkeit hatten.

1783 wurde die einklassige Volksschule eröffnet, welche durch Josef II gegründet wurde. Ob davor eine andere Lehrtätigkeit bestand, konnte aus keiner Quelle eruiert werden. Die Volksschule wird bis 1870 einklassig geführt, ab 1870 bis 1972 dann zweiklassig, nur in einigen Schuljahren dreiklassig. Heute gibt es einen Schulverband mit der Gemeinde Kasten. Die ersten und zweiten Klassen werden in Stössing unterrichtet, die dritten und vierten Klassen in Kasten.

In der Franzosenzeit war Stössing mehrmals Fluchtgebiet (Eintragungen im Taufbuch); Franzosengräber beim Bauernhof Schönberg zeugen davon. Es kam auch zu Scharmützeln zwischen Stössingern und lagernden Franzosen bei der Lobner-Mühle.

1850 wurde die Ortsgemeinde Stössing errichtet.

1870 wurde eine Straßenverbindung zur Bahnstation Böheimkirchen hergestellt. Zuvor gab es diese nicht - in einer Eintragung von 1866 heißt es: Nach Stössing kam kein Soldat, weil die Straße über 2 Wegstunden entfernt war (in Böheimkirchen). Nach Böheimkirchen musste man laut Chronik 23 (!) mal durch den Bach. Von historischen Verkehrswegen ist nichts bekannt.

bis 1925 wir die Verbindung nach Böheimkirchen mittels Postkutschenverkehr hergestellt. Von 1925 bis 1938 wird dann eine Privatautobuslinie betrieben, ehe 1938 der Postautobusverkehr eingerichtet wird, welcher heute noch besteht.

1873 wird in Stössing ein Postamt errichtet, welches 1908 auch einen Telegrafen erhält. Heute ist Stössing eine der wenigen kleinen Gemeinden, welche immer noch über ein Postamt - wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten - verfügt.

1875 erfolgt die Gründung eines „Stössinger Bauernvereines“  (Statutengenehmigung) durch den K.k. Statthalter von NÖ., Zl. 8486 v.29.III.1875).

1885 wird der Friedhof um die Kirche aufgelöst und außerhalb des Ortes verlegt.

1895 wir das Kloster Hochstraß, eine Niederlassung der „Töchter der Göttlichen Liebe“, errichtet. 1897 wird dann die Haushaltungsschule des Klosters Hochstraß errichtet. Vorausgegangen war dem die Überlassung des Besitzes des Ehepaares Josefa und Philipp Grundböck, vulgo Obersteiner, an die Töchter der Göttlichen Liebe. Das Ehepaar Grundböck wollte den Mächen aus der Umgebung die Möglichkeit geben, nach vollendeter Schulpflicht ihr Allgemeinwissen zu vertiefen und sich im Kochen, Nähen, in der Hauswirtschaft und in der Landwirtschaft weiterzubilden.
Von 1938 - 1945 wurde der Schulbetrieb laut behördlicher Bestimmung des nationalsozialistischen Regimes eingestellt. Nach der Wiedereröffnung 1946 bis 1966 war anfangs der Schulbesuch freiwillig. 1962 wurde die Schule umorganisiert, deren Besuch für die bäuerliche Jugend verpflichtend wurde. Durch die rapide Abnahme der Schülerzahlen wurde der hiesige Sprengel aufgelöst - mittlerweile ist der Schulbetrieb gänzlich eingestellt.

1910 erfolgt der Bau der Wiener Wasserleitung durch das Gemeindegebiet.

1920 wird der Ort an das Telefonnetz angeschlossen.

1926 erfolgt eine Großrenovierung der Pfarrkirche. Die Decke über dem Hauptschiff wird erneuert, das Schindeldach entfernt und der Kirchturm erhöht.

Von 1926 - 1936 wir im Ort eine Kistenfabrik betrieben (Fa. Kramrisch); Der Ort wird an das Stromnetz des Werkes angeschlossen. Im Jahr 1935 wird Stössing dann an das Stromnetz der NEWAG (heute EVN) angeschlossen.

1936 wird das „Gut Reifbach“ für die Witwe des Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß angekauft. Der Kaufpreis betrug 6.300,-- Schilling - das sind 457,84 €.

Während des zweiten Weltkrieges werden im Jahr 1944 Bomben über dem Gemeindegebiet abgeworfen und ein Bomber stürzt nach einem Luftkampf ab. Vom 12. - 19. April 1945 ist Stössing Kampfgebiet, wobei zwischen Stössing und Brand-Laaben eine schwache Verteidigungslinie der deutschen Truppen gebildet wurde, welche allerdings den sowjetischen Truppen nicht lange Widerstand leisten konnte.

Ortsdurchfahrt von Stössing vor der AsphaltierungIn der Zeit von 1950 bis 1970 werden fast alle Höfe durch den Bau zahlreicher Güterwege angeschlossen.
Im Jahr 1956 wird das Postamt erneuert und 1964 wir die Straße nach Böheimkirchen staubfrei gemacht (asphaltiert).

Von 1964 - 1966 wird die Volksschule neu errichtet (Leopold-Figl-Volksschule), welche im Jahr 1985 auch einen Turnsaal erhält.

1966 erfolgt die Automatisierung des Fernsprechnetzes, welches 1982 seinen „Vollausbau“ erreichte (25 Anschlüsse für 100 Bewohner).

1972 (1. Jänner) wird die Gemeinde Stössing mit der Gemeinde Kasten zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss besteht bis 1988, als die Gemeinde Stössing wieder die Eingenständigkeit erlangen konnte. In Erinnerung an die Wiedererlangung der Eingenständigkeit wurde am Dorfplatz eine Linde gepflanzt, welche sich auch im Gemeindewappen wiederfindet. Mit der Trennung von der Gemeinde Kasten wurde allerdings auch die Katastralgemeinde Mayerhöfen an die Gemeinde Michelbach abgegeben.

1972 wird auch der Schilift auf dem Hegerberg eröffnet. Es ist dies ein Schlepplift am Nordhang des Hegerbergs. Der Schiklub Hegerberg bemüht sich derzeit um den Erhalt des Schilifts, schaffte eine Pistenraupe zur Präparierung der Piste an und investierte in die Erfüllung der Sicherheitsvorschriften. Die schneearmen Winter der letzten Jahre verschlechterten jedoch stetig die finanzielle Situation des Vereins, da die Einnahmen aus dem Liftbetrieb fehlen.
Weiters wird 1972 die Straße nach Hochgschaid mit einer Asphaltdecke versehen. 1973 wurde dann die Straße nach Buchbach (Abzweigung zum Kloster Hochstraß) asphaltiert.

1974 wird die Aufbahrungshalle in Stössing errichtet und im Jahr 1976 wird die Pipeline der OMV durch das Gemeindegebiet gebaut.

1984 erfolgt die Neutrassierung und der Ausbau der Stollbergstraße.

Ab 1988: In den Jahren nach der Gemeindetrennung wurde in Stössing eine Vielzahl an Investitionen getätigt. So wurde z. B. ein Sportplatz für den neu gegründeten Hobbysportclub (HSC) erschlossen und im Jahr 2011 ein neues, modern ausgestattetes Klubhaus eröffnet. Es wurde eine Abwasserbeseitigungsanlage errichtet, deren Ausbau bis 2011 mit dem Anschluss der Katastralgemeinde Hochgschaid an das Kanalnetz abgeschlossen wird.

Das Gemeindeamt wurde umgebaut, den modernen Erfordernissen angepasst und mit einem Sitzungszimmer im Dachgeschoss ausgestattet.

Die Gemeinde kaufte das ehemalige Kaufhaus Bogner an, um den Weiterbestand einer Nahversorgung durch Vermietung an die heutige Nahversorgerin Regina Kainzbauer sicherstellen zu können.

Nach mehreren Hangrutschungen im Jahr 2009 war die Straße auf den Hegerberg unterbrochen und musste mit einer neuen Trassenführung wiederhergestellt werden.

Der Kindergarten wurde in den Jahren 2010 - 2011 um- und auf einen zweigruppigen Kindergarten mit modernster Ausstattung ausgebaut.

Ebenfalls 2011 wurde eine Nahwärmeanlage errichtet, welche das Gemeindeamt, die Volksschule, den Kindergarten und den Nahversorger sowie private Kunden mit Nahwärme versorgt.

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Bedeutende Personen:

 Karl Schmelz: Abgeordneter des Landbundes zwischen 1930 und 1934.

Robert Schefvzik: 1934 Mitglied des Kollegiums des Landesschulrates für Niederösterreich.

Peter Matejka: geb. 1949, schrieb gemeinsam mit Hans Trummer Fernsehpiele; veröffentlichter Roman: „KUBY“; erhielt 1970 den Kunstpreis des Landes NÖ und ein Staatsstipendium für Literatur. 1984 folgte die Veröffentlichung des Romans „Der Halmund v. Gagging“.

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Bedeutende Bauwerke

Pfarrkirche:

Die Pfarrkirche von StössingDie Pfarrkirche stammt aus dem 11. Jahrhundert (rechtes Seitenschiff); der Bau des Hauptchors erfolgte um 1400 und der Zubau des Hauptschiffes im 17. Jahrhundert. Die Pfarrkirche stellt einen einfachen Landkirchenbau (Langhaus, Haupt- und Südchor) dar.
Das Hauptschiff erhielt 1926 eine Holzbalkendecke. Der Hauptchor stammt aus dem 14. Jahrhundert (Kreuzrippengewölbe). 1864 erfolgte eine Turmerhöhung um „neun Schuh“, seit 1926 befindet sich ein Spitzdach auf dem Turm. Die barocken Altäre wurden 1902 durch neugotische ersetzt. Die Kanzel stammt vermutlich aus dem aufgelassenen Karmeliterinnenkloster in St. Pölten. Die Orgel wurde 1882 aus Reidling überführt.

Die Pfarrkirche steht unter Denkmalschutz.

Kloster Hochstraß:

Das Kloster Hochstraß in einer alten AnsichtDas Kloster besteht im wesentlichen aus 4 Gebäudegruppen, welche die Entstehung aus mehreren Bauernhöfen zeigen: Hauptgebäude (erbaut 1894 bis 1896), Josefsheim, Schecher-Haus, Egger-Haus.
Das Hauptgebäude, das sich im Talschluss des Grenz- und Reifbaches erhebt, besteht aus einer zweigeschossigen Hauptfront mit zwei senkrecht angebauten Flügeln. In diesem Gebäude sind die 1895 geweihte und 1902 erweiterte Hauskapelle, die Lehrküche, die Lehrsäle, die Internatsräume der Haushaltungsschule und die klösterlichen Räume untergebracht.
Das Kloster Hochstraß wie wir es heute kennen1980 wurde der ungefähr 50 Meter entfernte Mehrzwecksaal durch einen unterirdischen Zugang (wetterunabhängig) besser nutzbar gemacht.
1912 - 1927 war im Josefsheim eine Privatschule für Wiener Findel- und Waisenkinder untergebracht.

Das Kloster Hochstraß steht unter Denkmalschutz.

Weitere Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen:

Aquädukt in der Au und Kümmelhofaquädukt/Hochgschaiderbachaquädukt (jeweils in der Katastralgemeinde Hochgschaid), Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes, Sieben Tabernakelpfeiler, Drei Quelleneinfassungen, Herz Jesu Kapelle (jeweils in der Katastralgemeinde Hochstraß, in der näheren Umgebung des Klosters Hochstraß), Auslaufkammer Stössingbachdüker (AK 93) (in der Katastralgemeinde Hof),Pfarrhof und Musikschule

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Bürgermeister von Stössing

1850 - 1865         Anton Gschwandtner, Bauer

1865 - 1866         Josef Hautz, Müller

1866 - 1867         Peter Fellner, Bauer

1867 -1870          Josef Sauter, Bauer

1867 - 1869         Leopold Anton Scheibelreiter, Bauer

1869 - 1885         Johann Kirchdorfer, Bauer

1885 - 1915         Anton Specht, Bauer u. Fleischhauer

1915 - 1916         Ignaz Wiesbauer, Bauer

1916 - 1917         Leopold Leitner

1917 - 1918         Anton Blumauer, Bauer

1918 - 1919         Johann Hittinger, Bauer und Gastwirt

1919 - 1938         Anton Artner, Kaufmann

1938                   Friedrich Specht, Fleischhauer

1938 - 1945         Franz Specht, Bauer und Fleischhauer

1945                   Leopold Pieringer, Oberlehrer

1945                   Peter Schibich, Bauer

1945 - 1950         Josef Schibich, Bauer

1950 - 1960         Anton Schibich, Bauer

1960 - 1972         Johann Blamauer, Bauer

1972 - 1980*       Franz Kickinger, Baumeister

1980 - 1985*       Anton Geppl, Gastwirt u. Bauer

1985 - 1988*       Franz Atzinger, Bauer

1988 - 2004         Franz Atzinger, Bauer

2004 - lfd.           Alois Daxböck, Bauer

* Bürgermeister während des Zusammenschlusses der Gemeinden Kasten und Stössing in der Zeit von 1972 - 1988.

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Wirtschaftsverhältnisse

Das hiesige Gemeindegebiet war immer vorwiegend Bauernland. Die Hauptzweige in diesem hügeligen Gebiet waren immer die Viehwirtschaft und die Forstwirtschaft. Der Getreidebau reichte lange Zeit nur für die Selbstversorgung der Höfe. Im Verzeichnis der Grundherrschaften wurden 13 Grundherrschaften gezählt, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Rechte ausübten. (Der Bauer Atzinger, Sonnleiten, besitzt noch die Abfindungsdokumente).

Seit dem ausklingenden 19. Jahrhundert gibt es im Ort „Gemischtwarenhändler“. Bis zum Jahre 1940 erhöhte sich die Zahl der Kaufleute auf 4. In den Nachkriegsjahren sank deren Zahl wieder auf 2 Kaufhäuser - derzeit wird 1 Kaufhaus betrieben.

Handwerksbetriebe im Wandel der Zeit:

Handwerk

1940

1970

1980

2011

Schneider

2

-

-

-

Schuster

4

-

-

-

Schlosser

1

-

-

1

Wagner

1

-

-

-

Schmied*)

1

1

1

1

Binder

1

1

-

-

Mühlen

2

-

-

-

Sägewerke

2

1

-

-

Kleidermacherin

2

-

-

-

Lagerhaus (Abgabestelle)

-

1

1

-

Transportunternehmen

-

1

1

-

 *) nach 1970 Ausbau zu Landmaschinenmechaniker

Märkte: bis 1960 wurden jährlich 2 Viehmärkte (Mittwoch vor Georgi und Mittwoch vor Theresia) abgehalten.

Industrie: von 1926 - 1936 gab es in Stössing eine Kistenfabrik mit 40 Arbeitern. Diese ging 1936 allerdings in Konkurs.
Von 1936 - 1938 wurde in Stössing auch ein Schotterwerk der Fa. Hans Heim (Bergsande) betrieben.

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Rechtsverhältnisse:

Das Gebiet der ehemaligen Ortsgemeinde Stössing zählte bis zum Jahre 1848 (ab 1310) zum Landgericht Neulengbach, das auch vorher ein Teil des Landgerichtes Markersdorf war.

Ab 1972 fanden im Gemeindeamt wöchentlich zweimal Amtstage statt.

Heute ist das Bezirksgericht Neulengbach zuständiges Bezirksgericht, zuständiges Landesgericht das Landesgericht St. Pölten. Zuständiges Arbeits- und Sozialgericht ist das Arbeits- und Sozialgericht St. Pölten.

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Quellen:

St. Pöltner Bezirkskunde, hg. durch den Bezirksschulrat St. Pölten-Land, 1988, S. 764 - 775.

 

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